Unser Färbewochenende mit Claudia und Blaubär:

 

Am Pfingstwochenende trafen wir (Blaubär, Claudia, Kaylar und ich, und wenn die beiden endlich mal eine Homepage haben, dann könnte ich auf die beiden verlinken, weil die wesentlich mehr in Sachen Färben wissen) uns beim Kaylar im Garten um mit Goldrute und Krapp Leinen und Wolle zu färben. Schon eine Woche zuvor wurden die Wollstoffe eine Stunde lang in kochende Alaunbeize gelegt um die Fasern aufzuschließen. Am Tag bevor das Färben statt finden sollte wurde die Goldrute eine Stunde lang gekocht um einen Färbesud zu erhalten und das Krapp wurde über Nacht in Wasser eingelegt 

 

Am Tag des Färbens wurde nun in einer Metallwanne über dem Feuer zunächst der Goldrutensud mit Wasser aufgegossen und erhitzt. Anschließend wurde ein Wollstoff der bereits mit Walnuss vorgefärbt worden war eine Stunde lang gekocht.
Wir mussten immer wieder kräftig umrühren, da sonst der Stoff fleckig werden würde. Denn dort wo die Färbedroge am Stoff anliegt färbt sie natürlich besonders gut.
Anschließend wurde dann der Stoff im Bach gründlich ausgewaschen und in einer Essig-Wasser-Mischung versiegelt. Danach wurde der Goldrute-Sud nocheinmal aufgekocht, Tannin zugegeben und das Leinen eingelegt. Da wir dort ein dunkleres Grün erreichen wollten wurde nach einer Stunde Kochzeit dem Sud Eisen-(II)-Sulfat zugegeben. Dabei konnte man dann wirklich zusehen wie der Stoff immer dunkler wurde. Anschließend wurde auch das Leinen im Bach ausgewaschen und mit der Essig-Wasser-Mischung versiegelt.
Unten sieht man nun den mit Eisen-(II)-Sulfat verstärkten Goldrutensud, der wesentlich dunkler ist.

 

Nachdem wir den Bottich im Bach sauber geschrubbt hatten wurde nun der Krappsud mit Wasser aufgefüllt und die vorgebeizte naturfarbene Wolle eingelegt. Dann wurde das Ganze erhitzt und als es kochte Weinsteinrahm dazugegeben. Anschliessend wurde noch eine Stunde lang gekocht un zum Schluss wurde die Wolle im Bach ausgewaschen und ebenfalls mit einer Essig-Wasser-Mischung fixiert. Bei Krapp ist es vorteilhaft, wenn man die Färbedroge in gemahlenem Zustand kauft, da sonst der Stoff sehr leicht fleckig wirkt


Links sieht man einen zukünftigen Wadenwickel im Färbesud.

 

Hier nun die Ergebnisse des Wochenendes. Zunächst die mit Krapp gefärbte Wolle und im Hintergrund eine zweifach Krapp gefärbte Wollhose. In der Mitte der mit Walnuss vorgefärbte, und mit Goldrute nachgefärbte Wollstoff. Rechts der mit Goldrute und Eisen-(II)-Sulfat gefärbte Leinenstoff, der leider etwas fleckig geworden ist.

 

Rezepte (ungefähre Angaben):

Goldrute(für Wolle) :
Beize: 90g  Alaun, 500g Wolle, reichlich Wasser --> eine Stunde kochen eine Woche vor dem Färben
Färbenbad: 500g getrocknete Goldrute --> 1 Stunde Kochen und über nacht stehen lassen
Färben: Färbebad und Stoff eine Stunde kochen lassen
Entwickeln (optional von Gelb zu Olivgrün) : 20g Eisensulfat zugeben
Fixieren: In reichlich Wasser auswaschen, mit Essig fixieren
Erreichte Farben: Von Goldgelb bis Dunkelgrün

Goldrute (für Leinen):
Beize: Direktbeize , dem Färbebad werden 10g Tannin (Gerbsäure) beigegeben
Färbenbad: 500g getrocknete Goldrute --> 1 Stunde Kochen und über nacht stehen lassen
Färben: Färbebad, Tannin und Stoff (500g) eine Stunde kochen lassen
Entwickeln (optional von Gelb zu Olivgrün) : 20g Eisensulfat zugeben
Fixieren: In reichlich Wasser auswaschen, mit Essig fixieren
Erreichte Farben: Von Goldgelb bis Dunkelgrün

Krapp (für Wolle) :
Beize: 125g Alaun, 500g Wolle --> eine Stunde kochen eine Woche vor dem Färben, feucht Lagern ( z.B. in einem feuchten Handtuch)
Färbebad: 400g Krapp in warmen Wasser über Nacht einweichen
Färben: Färbebad und Stoff zum kochen bringen, 30g Weinsteinrahm zugeben --> eine Stunde weiterkochen
Fixieren: In reichlich Wasser auswaschen, mit Essig fixieren
Erreichte Farben : Ziegelsteinrot

Alle Angaben sind erste Erfahrungswerte. Wir übernehmen keine Garantie für das Gelingen. ;-)

Färbedrogen und Zutaten kann man z.B. hier bestellen: Kremer Pigmente , Wollknoll

Büchertipps:
Lydie Nencki - Die Kunst des Färbes
Erna Bächi-Nussbaumer - So färbt man mit Pflanzen
Eva Jentschura - Pflanzenfärben ohne Gift