Die Herstellung einer Feldflasche aus Leder:
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Wie
in der Rubrik "Gebrauchsgegenstände" bereits beschrieben,
gehörten Flaschen und Gefäße verschiedenster Bauarten und Materialien zur
Grundausstattung der frühmittelalterlichen Bevölkerung. Um ein beliebiges
Gefäß heute rekonstruieren zu können, gibt es wahrscheinlich sehr viele
Methoden und Ideen der Umsetzung. Folgend bescheibe ich meinen gelungenen
Versuch, eine Feldflasche aus Leder anzufertigen: |
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Nachdem
der Nähvorgang beendet war, wurde die Flasche in ca 70°C heißem Wasser
5 Minuten genässt und anschließend mit feinem Sand gestopf, wobei
ein Trichter und ein Stück Holz zum Stopfen von Vorteil war. Nun
war die Flasche richtig prall und hart und sah zum ersten mal
einer Flasche ähnlicher als einer Flunder. Das anschließende Trocknen
dauerte im Ofen bestimmt zwei bis drei Stunden. Die Flasche war
danach noch immer zu feucht, sodass sie einen Tag über der
Heizung verbringen musste. Nun konnte ich den Sand entfernen, wobei
die kugelige Form der Lederflasche erhalten blieb. Zwischenzeitlich
hatte ich bei einem Imker einen 500-Gramm-Riegel reines Bienenwachs
besorgt, das ich in einem Wasserbad zum Schmelzen brachte. Die Flasche
widerum erhitzte ich im Ofen wieder auf ca 50-70°C, damit
beim Ausgießen der Innenseite das heiße Wachs nicht zu schnell an
der kühlen Wandung der Flasche erstarren konnte. Das Ausgießen musste
ich 3 - 4 mal wiederholen um die Flasche einwandfrei dicht zu bekommen.
Anschließend wurden die Trageösen mit Messer und Locheisen ausgestochen.
und ein Trageriemen angebracht. Der Stopfen besteht aus Eschenholz
und hat die Form eines abgestuften Zylinders, was den Vorteil bietet,
dass der Stopfen nicht durch den Flaschenhals in die Flasche geschoben
werden kann, weil die größere Seite als Anschlag dient. Um den Verschluss
nicht zu verlieren, habe ich ein ledernes Halteband angebracht.
Der Stopfen wurde 90° von oben und rechtwinklig dazu von
der Seite her angebohrt, dass sich die Bohrungen in der Mitte trafen.
Das Lederband wurde; mit einem Knoten versehen; seitlich in die
Bohrung eingeführt und auf der Oberseite wieder herausgezogen. Anschließend
fertigte ich einen kleinen Holz-Dübel an, der das seitliche Loch
wieder verschloss. Dadurch ist das Lederband fest mit dem Stopfen
verbunden. |
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(geschrieben von Kalyar) |
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