Fakten zur Ernährung der Bajuwaren:

Das Rückgrat der Ernährung der landwirtschaflich orientierten Bevölkerung Baierns bildete Getreide, insbesondere die Gerste. Ebenfalls in Großer Anzahl angebaut wurden Dinkel, Emmer, Einkorn sowie Nacktweizen, der unserer heutigen Kulturpflanze sehr ähnlich ist. Roggen und Hafer kommen anfangs seltener vor,  werden jedoch im Laufe 7.Jahrhunderts fast so intesiv genutzt wie die Gerste. Großes Gewicht kamen den Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen zu. Kohlrüben, Zwiebel, Kohl, und Gurken wurden ebenfalls vorrangig angebaut.

Zur Sicherheit pflanzte man verschiedene Getreidearten parallel an, um bei dem Ernteausfall einer Getreideart (durch Ungeziefer oder Klimaschwankungen) wenigstens andere Getreidesorten zur Verfügung zu haben.

In einigen Siedlungen lassen sich Obstgärten nachweisen, in denen Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Quitten gediehen.

Nüsse und Beeren sowie Pilze, im nahen Wald gesammelt,  ergänzten den Speiseplan der Bajuwaren.

Tierische Nahrung wurde weniger als vermutet verzehrt. Als Haustiere wurden hauptsächlich Rind, Schafe und Ziegen, sowie Schweine und Hühner gehalten. Es war wichtig diese Tiere als Nutztiere zu halten. Rinder für die Arbeit auf dem Acker, Schafe für die Wolle, und Hühner zur Produktion von Eiern. Die Masse der Bevölkerung konnte es sich meist nicht ohne Weiteres leisten, Tiere einfach zu schlachten um sie zu verzehren. Wenn geschlachtet wurde, dann im Herbst, vorrangig alte oder schwache Tiere, um sie über den Winter nicht ernähren zu müssen.

Die Konservierung von Fleisch und Milchprodukten beschränkte sich auf Käserei, sowie dem Räuchern, Salzen und Wursten des Fleisches.

Fisch wurde in gewässernahen Siedlungen ebenfalls verzehrt.

Es lässt sich ein Unterschied in der Zusammensetzung der Nahrung zwischen arm und reich verzeichnen. Anhand von Knochenuntersuchungen der Individuen auf den Friedhöfen lässt sich feststellen, dass Bestattete mit reichen Beigaben mehr tierisches Protein zu sich nehmen konnten wie die ärmere Bevölkerung. Herren und Krieger konnten durch Naturalabgaben leben oder reiche Bauernfamilien waren finanziell in der Lage, öfter zu schlachten.

In Baiern existieren, wie nicht anders erwartet, die ältesten Hinweise auf Hopfenanbau. Hopfen wurde schon damals zum Bierbrauen verwendet. Da das Bier nicht so lange haltbar war, musste es wohl, zum Wohlgefallen vieler Männer, schnell getrunken werden.

Erstaunlicherweise lassen sich etliche Nachweise für den heimischen Weinanbau finden. In der Gegend um Regensburg oder München sind viele Weinberge überliefert.

Die Ernährung durch Jagdbeute spielt eine untergordnete Rolle. Nur ca. 5-7 % der nachgewiesenen gefundenen Tierknochen können als solche von Wildtieren bezeichnet werden. Meistens handelt es sich um Hirsch oder Wildschwein. Man kann davon ausgehen, dass die Jagd eher ein Zeitvertreib  höher gestellter Personen war, als eine wirkliche Nahrungsbeschaffung.

 

   

 Tierisch:
- Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd, Hühner, Enten, Gänse, Hirsch, Wisent, Elch, Wildschwein, Reh,    Hase,
- Fisch (nur in Gewässernähe)
- Milch, Käse
- Honig
- Eier

 

 Pflanzlich:
- Getreide: Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Nacktweizen, Hirse, Hafer, Roggen
- Gemüse: Erbsen, Linsen, Ackerbohnen, Kraut, Kohl, Runkelrüben, Möhren, Sellerie, Bohnenkraut
- Obst: Äpfel, Pflaumen, Birnen, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Wildkirsche, Schlehen, Holunder
- Nüsse: Walnüsse („Gartenbau“), Haselnüsse (wild wachsend)
- Öle: Aus Lein, Leindotter, Raps, Rüben, Bucheckern, importiert (Oliven)
- Nachgewiesene Importe: Mandeln, Datteln, Feigen, Pistazien, Reis, Kichererbsen, Koriander, Kümmel,    Öl (über die Rhône), Wein

-Gewürze: versch. Laucharten, Kümmel, Dill, Petersilie, und viele mehr.

Getränke:
-
Alkoholisch: Wein (importiert oder Eigenanbau), Bier, Met, Most
- Antialkoholisch: Wasser, Milch, unvergorene Säfte